Die Familie Greiß

Die Familie Greiß

Die Nachkommen von Theodor Greiß / Gärtnerei in der Weingartengasse

v.l.: Gertrud Rogala geb. Greiß, Magdalena Greiß 2. Ehefrau von Clemens Greiß, Jakob Greiß, Peter Greiß

Das Bild entstand unten am Rhein auf dem Frasem der Familie Greiß. Dieses kleine Stück Land wurde später den Poller Schützen gespendet zum Bau des Schützenplatzes.

                                                                          Fotos: Poller Willi

v.l.: Schwiegertochter Tinny Greiß, die Geschwister sortiert nach dem Alter: Maria Mattlener geb. Geiß, Gertrut Wingens geb. Greiß, Mechthilde Lang geb. Greiß, Cäcilie Ehmanns geb. Greiß, Michael Greiß, Margarete Muyrers geb. Greiß (Mutter vom Poller Willi)


Die Erinnerung

Gegenüber von meinem Elternhaus hatte Clemens Greiß seinen Gartenbaubetrieb. Die verwandtschaftlichen Verhältnisse der Familie waren mir in als Kind noch nicht bewusst. Als mir der "Poller Willi" viel über die Familie Greiß erzählte, da kamen einige Erinnerungen zurück und mir wurde klar, dass ich einige Familienmitglieder früher gekannt habe.

 

Die Gärtnerei befand sich  in der Weingartengasse unmittelbar hinter dem Haus Nr. 38, das damals von der Familie Fähling bewohnt wurde. Die zwei Gewächshäuser waren von der Straße aus nicht zu sehen. Hinter den gläsernen Gewächshäuser führte ein Trampelpfad, direkt am Rheindamm gelegen, vorbei. Dieser Trampelpfad nutze auch die Poller Jugend zu abenteuerlichen Erkundungsausflüge, hier flogen dann gelegentlich Steine auf die gläserne Verkleidung. Clemens Greiß verbachte viel Zeit auf seinem Beobachtungsposten  hinter seinen Haus, um die Steinewerfer zu erwischen.

 

Damals gab es in Poll noch mindestens einen weiteren Konkurrenzbetrieb, die Gärtnerei Adam Hasenberg. Hier ging Cäcilie Greiß (Ehmanns) als Kranzbinderin in die Ausbildung. Peter Greiß heiratete in die Familie Duck ein und zog auf Auf den Sandberg 14, wo sein Enkel Willi Muyrers, dass im Krieg total zerstörte Haus aufbaute und heute noch dort wohnt.

Viele Menschen in Poll bestritten ihren Lebensunterhalt durch Kleinbetriebe, die großen Einkaufcenter hatten noch nicht Einzug gehalten. Wenn es auch ein langsamer Prozess war, doch die Kleinbetriebe wurden mit der Zeit unrentabel. 

Der Gartenbaubetrieb

Der Gartenbaubetrieb von Clemens Greis in der Weingartengasse Nr. 44. Vor dem Gartenbaubetrieb stand noch Haus Nr. 38 direkt an der Weingartengasse gelegen. Im Bild die Familie Fähling im Jahr 1941. Die Familie lebte bis 1960 im Haus Nr. 38. Der Enkel, Toni Fähling, hat dieses wunderschöne Zeitdokument übergeben.

 

Poller Geschäfte

 

In der Festschrift vom Poller Schützenverein, der 1928 sein 50-Jähriges Jubelfest feierte, habe ich eine Anzeige von Clemens Greis gefunden. Bereits an der einen Seite der Festschrift kann man erkennen, dass es in Poll viele unterschiedliche Kleinbetriebe gegeben hat. 

 

Wer sich die Festschrift von 1928 ansehen möchte, der hat hier die Gelegenheit.

 

 

Festschrift 1928

 

                                                          Festschrift: Poller Willi


Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

Jean Paul

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Kommentare: 1
  • #1

    Hans - Michael Greiß (Dienstag, 15 Oktober 2019 12:26)

    Mit großer Überraschung sehe ich heute, mit 72 Jahren, zum ersten Mal in meinem Leben ein Bild meines Großvaters Peter Greis. Das "ß" in unserem Familiennamen verdanken wir dem Fehler im Eintrag des Standesbeamten bei der Heirat meiner Eltern, Michael und Tinny Greiß am 17. Mai 1939. Inzwischen häuft sich aber der Namenszug, derInternationalität geschuldet, in Greiss. Mein Vater hat als einziger Sohn unter den fünf Schwestern den Namen fortgeführt, was ihm und seiner Familie sehr wichtig war, ohne mir die Beziehungen aufzuklären. Von Peter Greis ist mir allein sein Beruf als Tagelöhner bekannt, von einer Gärtnerei lese ich heute zum ersten Mal. Nach mir sind gerade zwei weitere Generationen mit Stammhaltern vertreten. Nach der Verfestigung in Süddeutschland ist der Kontakt zu meiner Familie verkümmert. Um so mehr danke ich meinem Cousin, das Andenken im Poller Leben wachzuhalten. Der bedeutendste Vertreter unter der Familie Greiß dürfte Onkel Jakob gewesen sein, der mit seiner roten Gesinnung das schwarze Schaf der Familie war. Wie auf demBild erkennbar, pflegte er seinen Spitzbart in Verehrung für Lenin, was ihn jedoch nicht hinderte, in die Sektkellerei Kupferberg einzuheiraten. Meines Wissens tat er sich auch als Erfinder hervor, er soll einen U-Boot-Schnorchel entwickelt haben.