Schützenverein Junge-Damen-Riege

25 Jahre Junge-Damen-Riege

 

   Die Damen

Vor dem ersten Prinzessinnenschießen

Von links unten: Petra Kürten, Petra Matheisen, Karin Wilberg, Petra Stendebach

l.o: Roswitha Wirges, Elke Rittner, Claudia Therhaag, Carmen Porscha, Brigitte Zoons


Schon immer waren Bestrebungen von Frauen vorhanden   in der Schützen- bruderschaft integiert zu werden oder Impulse für das Gesellschaftsleben zu geben oder einfach nur an einem guten Miteinander teil zu haben. Dies zeigen die Gründungen von kleinen Damenvereinigungen          vor vielen Jahren, wie z.B. der "Club Diana" in den 50er Jahren mit unserem Ehrenmitglied und zweimaliger Königin Änne Domm "das Gesocks" der Hofstaat der Königin von 1972, Marianne Temp, oder die auch schießsportlich interessante Gruppe um 1975 mit Fine Hampel, Rosi Muyrers, Gertrud Wilberg, Ulla Buchner und Helmi Ahmann, um nur einige zu nennen.

Im Monat Oktober 1978 wurde dann ein Antrag an den Verein gestellt. Vorbereitet in vielen Treffen bei der Familie Muyrers, wurde ein schlüssiges Gesamtkonzept zur Gründung einer "Jung-Damen-Riege", die Bestandteil der Jugendgruppe und somit auch der Schützenbruderschaft sein sollte, dem Vorstand vorgetragen.

In mehreren Vorstandssitzungen wurde das Für und Wider diskutiert und dann beschlossen, den Antrag auf der nächsten Jahreshauptversammlung zuzulassen.

Anfang des Jahres 1979, in der altwürdigen Gaststätte "Zum Schmal" war es dann soweit. Mit nur zwei Gegenstimmen wurde der Antrag angenommen. Die beiden Gegenstimmen seien hier erwähnt, weil es diese beiden Herren nachher die glühendsten Fans und Verehrer der jungen Dame wurden.

Da der Jugendleiter amtierender Stadtkönig war und die jungen Damen den Jungs von der Jungschützenabteilung zeigen wollten wie gut sie im Marschieren sind, nahmen sie an allen Fernumzügen teil. So kam es, dass man Stadtteile besuchte, die man vorher nur vom Namen her kannte. Die Adjutanten des Königs, Friehelm Droop und Christian Tellenbach, sowie der Standartenträger (unser diesjähriger Kaiser) Manfred Wirges, frotzelten dann auch immer: ob sie ihre Watzmann-Wanderschuhe auch an hätten. Aber wie dem auch sei, es war ein bewegendes und aufregendes Jahr. Schon alleine der Applaus bei den Festzügen, den die gesamte Jugendabteilung erhielt, entschädigte für manche Strapazen. Bewundernswert war die Organisation, insbesondere von Rosi und Willi Muyrers. Der Schießsport kam dabei auch nicht zu kurz. Nach intensiven Trainingseinheiten konnte zum Poller Schützenfest 1979 erstmals eine Prinzessin aus der neu gegründeten "Jung-Damen-Riege" ermittelt werden.

Bedrückend, aber auch beeindruckend die Ausflugsfahrt im Juni 1980 an die Grenze unseres geteilten Vaterlandes

Als erste Prinzessin wurde Karin Wilberg ermittelt. Sie repräsentierte nun als Würdenträgerin die "Jung-Damen-Riege" der St. Hubertus Schützenbrüderschaft Köln-Poll.

Schnell hatte sich die gesamte Jugendabteilung, insbesondere aber durch die "Jung-Damen-Riege", einen guten Ruf weit über die Grenzen von Köln erworben. Nach einiger Zeit setzte dann auch die unvermeidliche Fluktuation. Mitglieder kamen und gingen. So entschloss man sich dann im Jahre 1987, auch im Rahmen Gleichberechtigung die "Jung-Damen-Riege" und die Jungschützenabteilung zusammenzuführen. Man gründete in diesem Jahr eine Schülergruppe undintegrierte die Schüler wie die "Jung-Damen-Riege" in einer gesamten Jugendgruppe der Schützenbruderschaft der Poller Schützen.

Die hervorragende Jugendarbeit in all den Jahren, trug im gesellschaftlichen wie auch im sportlichen Geschehen zu hohem Ansehen und guten Leistungen bei.

So z.B. das Königspaar im Jahre 1992/93, Petra (Stendebach) und Hubi Porscha, beide aus der Jugendabteilung kommend.

Die höchste Würde, die bisher eine Jugendliche erringen konnte, war im Jahre 1994 der Titel des Diözesanprinzen von Silvia Muyrers.

Sie wurde 2. beim Bundesprinzenschießen mit gleicher Punktzahl wie der Sieger.

1998 konnte Sabrina Rottländer sich als Stadtjungkönigin freuen und den Verein repräsentieren. Hinzu kamen noch viele Bezirksprinzen und Schülerprinzentitel.


Diözedanprinzesin Silvia Muyrers

Stadtjungkönigin Sabrina Rotländer


Im Schießsport setzte dann die jüngere Generation der Jugend große Akzente. Nicht nur bei Kreis und Bezirksmeisterschaften errangen sie Titel, auch bei der Rheinlandmeisterschaft waren sie vertreten. Sie wurden dort zweitbeste Mannschaft und in den Einzelwettbewerben holte Silvia Muyrers den 2. Platz in der Rheinlandmeisterschaft. Sie gewann das Jugendbestenschießen in Solingen mit einem neuen Rekord von 387 Ringen. Ihr bestes Ergebnis von 392 Rine ist heute noch Standrekord der Poller Schützen.

 

Es war auch nur eine Frage der Zeit, dass auch Vorstandsaufgaben von Frauen wahrgenommen werden konnten. Als Erste war Rosi Muyrers als 2. Jugendwart und 2. Kassiererin in den Vorstand gewählt worden. Die Mitbegründerin der "Jung-Damen-Riege" Roswitha Wöller (Wirges) bekleidet heute noch als Oberschießmeister und Sportwart zwei Vorstandsposten. Sogar bis in den geschäftsführenden Vorstand, wurde Giesela Wöller, als 1. Schriftführer gewählt.

 

Dies alles aber wurde erst möglich durch die Gründung der "Jung-Damen-Riege" vor nunmehr 25 Jahren.

Rückblickend kann man sagen: "Etwas Besseres konnte den Poller Schützen nicht passieren!"

Vorausschauend muss man sagen: "Ohne unsere Frauen geht es nicht mehr!" Denn sie sind ein Bestandteil und eine große Stütze der St. Hubertus Schützenbruderschaft Köln-Poll 1878 e.V. geworden.

 

 

Bilder und Berichte: Poller Willi