Peter Herresbach

Sein Trikot war die Badehose

Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es um es zu besitzen. So heißt es schon bei Goethe. Peter Herresbach hat von seinem Vater das sportliche Talent übernommen und ist zu einem Sportler avanciert, der weit über Poll bekannt wurde.

Im Gegensatz zu seinem Vater, der im Kölner Raum ein bekannter Ringer war, hat sich Peter Herresbach dem Sport mit der Badehose zugewendet. Seine Geschwister waren ebenfalls alle sportlich interessiert. Wobei sein Bruder Hans ihm im Schwimmsport nacheiferte.

Schon früh kam der Pitter -  wie alle in Köln genannt werden, die Peter heißen -  mit dem nassen Element in Berührung. Sein athletisch gestählter Körper bot die ideale Voraussetzung für diesen anspruchsvollen Sport.

Als er in den fünfziger Jahren mit dem Leistungssport begann, hatten andere Sportarten wie z.B. Fußball in Deutschland noch einen höheren Stellenwert.

Doch schon bald sorgten überragende deutsche Schwimmsportler wie Gerhard Hetz und Ursel Brunner, dass sich Schwimmen zu einem der beliebtesten Sportarten in unserem Land entwickelte. Mit Gerhard Hetz, der zum überragenden Sportler jener Zeit emporstieg, lieferte er sich einige packende Duelle.

SV Rhenania, Schwimmen
Peter und Freunde
SV Rhenania, Schwimmen
Die Mannschat vom SV Rhenania

Bilder aus der aktiven Zeit


Seine größten Erfolge feierte Peter Herresbach 1958 mit dem Gewinn der Westdeutschen Meisterschaft in der 4x100m und 4x200m Freistilstaffel. Den obersten Podiumsplatz erkämpfte sich die Mannschaft in der Besetzung: Forster, Becker, Herresbach und Thieber. Dieser Erfolg ist im Fußball vergleichbar mit der Westdeutschen Meisterschaft vom 1. FC Köln in der damaligen Oberliga West. Da man nicht nur in der Spitze gut besetzt war, sondern auch in der Breite, konnte der SV Rhenania 1958 auch die westdeutsche Mannschaftsmeisterschaft feiern. Viele Medaillen und Urkunden in seinem Hobbykeller zeugen von der sportlichen Präsenz aus seiner aktiven Zeit.

SV Rhenania, Schwimmen
Der Albatros von Poll in seinem Element

Der Medaillengewinner der Olympischen Spiele 1964 von Tokio, Gerhard Hetz, wechselte 1975 als Trainer zum SV Rhenania, dem Stammverein von Peter Herresbach. Zusammen waren sie noch einige Jahre für ihren Klub tätig.

Offizielle Wettkämpfe konnten nicht im heimischen Deutzer Schwimmbad ausgetragen werden, weil es hier nur eine 20-Meterbahn gab. Ein Nachteil, der durch großen Teamgeist wieder wettgemacht wurde. Deshalb mussten offizielle

Wettkämpfe nach Ossendorf verlegt werden, welches sich im militärischen Bereich der belgischen Besatzung lag. Die Kraft für seine Wettkämpfe hat er sich nicht nur durch schweißtreibendes Training, sonder auch durch unzählige Spiele mit Wasserballmannschaft erarbeitet. Wasserball ist eine der kräftezehrendsten Sportarten die es gibt. Da es in Poll nach wie vor kein Hallenbad gibt wird der Fußball, zumindest in Poll, die führende Sportart bleiben.

Auch heute ist Peter Herresbach durch die vielen Reisen, die er unternimmt, voll ausgelastet. Und das ist fast so anstrengend, wie früher ein Wettkampf im Wasserball.